Ende der Alleinherrschaft? – Grayscale spürt erstmals Konkurrenzdruck durch Bitcoin-ETFs

Der Investmentfonds Grayscale, der einen Großteil des ausstehenden Bitcoin-Angebots aufgekauft hat und damit einen absoluten Vorsprung hat, handelt zum ersten Mal in dem Monat seines Bestehens unter der marktführenden Kryptowährung.

Der deutsche Kryptowährungsexperte Raphael Schulze-Kraft, der als technischer Direktor bei Glassnode, einem Forschungsinstitut für den Kryptowährungsmarkt, arbeitet, machte einen passenden Kommentar 1. April auf Twitter. So stellte der CTO von Glassnode fest, dass der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) im März durchschnittlich 6% unter dem Bitcoin-Preis lag.

Dabei stellt er fest, dass der Wertverlust der GBTC zur gleichen Zeit kommt wie der Start der kanadischen Bitcoin-ETF-Firma Purpose Investments, die seit Ende Februar 16.000 davon gekauft hat. BTC entspricht fast $940 Millionen.

3/ Der Rückgang der $GTBC-Prämie fällt mit der Einführung des #Bitcoin-Ziel-ETFs zusammen – was Investitionen weg von GBTC treiben könnte.

Der ETF sammelte im Laufe des Monats über 16.000 Euro ein. BTC. (Bislang werden sie von BTCs 654K Kiesvorrat in den Schatten gestellt).

Grafik: https://t.co/o0AtdTEQsD pic.twitter.com/AGINo51TMy

– Rafael Schulze-Kraft (@n3ocortex) April 1, 2021

Der technische Leiter von Glassnode ist nicht der einzige, der einen Zusammenhang mit diesem Fall vermutet. Mike Novogratz von Galaxy Digital glaubt auch, dass ein gezielter ETF den Investmentfonds von Grayscale schlagen könnte:

Die einzige Regel war eine Graustufe, aber es gibt jetzt einen Bitcoin-ETF in Kanada, der nur 40 Basispunkte berechnet. Außerdem gibt es in den Vereinigten Staaten Investmentfonds, die ebenfalls sehr niedrige Kosten haben.

Darüber hinaus wurden in Brasilien kürzlich zwei Kryptowährungs-ETFs, die Bitcoin beinhalten, zugelassen, was einen zusätzlichen Wettbewerbsdruck darstellen dürfte.

Grayscale glaubt bereits, dass Schulze-Kraft seinerseits behauptet, dass das Bitcoin-Vermögen von GBTC in den letzten Wochen nicht weiter gestiegen ist, während die Investmentfirma zuvor in großen Tranchen immer mehr von der marktführenden Kryptowährung gekauft hat. Nach Ansicht des deutschen Experten ist dies jedoch nicht verwunderlich, da es für Investoren keinen Sinn macht, neue GBTC-Aktien zu kaufen, wenn diese unter den Kosten gehandelt werden.

Der Grayscale Investment Trust steht nur akkreditierten Anlegern offen, die Anteile am Trust erwerben können, die Bitcoin oder andere Kryptowährungen repräsentieren. Gray Scale kauft dann den Gegenwert der entsprechenden Kryptowährung. Allerdings müssen Investoren sechs Monate warten, bevor sie ihre Anteile auf dem Sekundärmarkt verkaufen können.

Da die Investmentfondsanteile von Grayscale in der Vergangenheit zu einem höheren Preis gehandelt wurden als der tatsächliche Preis von Bitcoin, haben institutionelle Investoren diese Arbitragemöglichkeit genutzt, um die Zinsen und Gebühren des Fonds durch weiteres Wachstum zu decken und zusätzliche Gewinne zu erzielen.

Allerdings liegt der Preis von GBTC jetzt erstmals unter dem von Bitcoin, was diese Strategie zunichte macht, was vor allem an der sich verändernden Wettbewerbslandschaft von Grayscale liegen könnte. Die einflussreiche Kryptowährungs-Vermögensverwaltungsbranche steht also an einem Scheideweg, denn solange die Preisdifferenz negativ ist, werden neue Investoren nicht ins Spiel kommen.

Die Raupe namens Grayscale steht also am Scheideweg und muss sich ihren nächsten Schritt genau überlegen, denn, wie auch Mike Novogratz sagt, ist das Grundkonzept der Kryptowährungsindustrie, dass Marktteilnehmer, die einfach nur von Marktineffizienzen profitieren, auf lange Sicht verschwinden werden. Doch mit etwas Glück wird aus der Raupe doch noch ein Schmetterling.

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